Post aus Schwallistan

Bemerkungen und Analysen zu den schriftlichen Ergüssen des Herrn Franz-Josef Wagner aus der Bild-Zeitung.

Dienstag, Juni 07, 2005

- Liebe Frau Christiansen -

Herr W. schreibt:

Liebe Frau Christiansen,
ich kann Ihnen nun auch nicht mehr beistehen, indem ich über die Grazie Ihrer Beine schreibe bzw. Ihre Klamotten, in denen Sie brillieren. Jedes einzelne Stück, selbst Ihre flachen Schuhe, kosten sicher mehr als ich in einem ganzen Monat am Leibe trage.

Bedeutungslos alles, wenn einem niemand mehr zuhört. Ihre Redaktion hatte Sonntagabend das beste aufgetischt, was es zur Zeit an Gegensätzen in Deutschland gibt. Den Kommunisten Gysi, den tragischen Super-Minister Clement, den intelligentesten CDUler Merz und Heinrich von Pierer, von Siemens, den Herrn des Kapitals. Es hätte eine Talkshow werden können, die in die Geschichte eingeht. Es wurde eine Gähn-Show. Die Herren ignorierten Sie. Die Herren antworteten nicht auf Ihre Fragen, die Herren übergingen Sie.

Verehrte Königin der Talkshow, machen Sie doch am nächsten Sonntag diesen Test. Sie stehen einfach auf und verlassen die Runde. Ich wette, daß alle sich glänzend weiter unterhalten – ohne Sie.

Auch hier gibt's quasi nichts zu meckern. Für Ihre Verhältnisse sehr nüchtern, präzise, ohne Pathos und Alt-Männer-Witze. Sie werden doch nicht geheilt sein!?

Herzlichst,

Ihr kaltes, klares Wasser