Post aus Schwallistan

Bemerkungen und Analysen zu den schriftlichen Ergüssen des Herrn Franz-Josef Wagner aus der Bild-Zeitung.

Donnerstag, Juni 09, 2005

- Liebe Frau Merkel -

Herr W. schreibt:

Liebe Frau Merkel,
eigentlich können Sie jetzt in den Urlaub fahren. Sie haben den Job ja schon. Die SPD erledigt sich gerade selbst bzw. Ihre Arbeit.

Das stimmt. Und das auch nicht erst seit kurzem.

Nichts wie raus aus Berlin, wo die Leichenwagen fahren.

Das ist ja dies reinste Poesie.

Sie mögen die Küste und die Berge. Übersommern Sie einfach, bis Sie Kanzlerin sind. Ich würde mir die schlechte Laune der Hauptstadt nicht antun. Das Leid der SPD ist nicht Ihr Leid. Nach Mallorca würde ich allerdings nicht fahren.

Was hat er nun gegen Mallorca? Da gibt's doch sehr schöne, ruhige Orte zum Entspannen. Es muss ja nicht immer der Ballermann sein.

Ich würde Urlaub zu Hause machen. Gucken, wie die Sonne über der Ostsee aufgeht und der Fischer hinausfährt und hören, wie der Hahn kräht und der Bauer aufsteht.

Oh ja, die Heimat. Die schöne Heimat.

Ich würde zuhören, was die Menschen beim Abendessen reden und welche Mühe es bedeutet, sich heute als Fischer, Bauer, Handwerker für sich und seine Familie Brot zu beschaffen.

An sich keine schlechte Idee.

In Berlin, liebe Frau Merkel, lernen Sie als zukünftige Kanzlerin nichts – an der Küste, in der Eifel, in den Bergen, lernen Sie alles.

Das ist wieder typisch wagneresque Schwarzweissmalerei. Aber er liebt es halt zu vereinfachen.

Herzlichst,

Ihr kaltes, klares Wasser