Post aus Schwallistan

Bemerkungen und Analysen zu den schriftlichen Ergüssen des Herrn Franz-Josef Wagner aus der Bild-Zeitung.

Freitag, Juni 03, 2005

- Liebe Sarah Connor -

Herr W. schreibt:

Liebe Sarah Connor,
Ihr „Brüh im Lichte dieses Glückes“ wird ein Hit werden, ein Gaudi-Song in Bierzelten – und wissen Sie, warum?


Unsere Nationalhymne ist so heilig oder unheilig wie die Erkennungsmelodie der Sesamstraße. Ich bin doppelt so alt wie Sie. Mir wurde Patriotismus und Stolz auf Deutschland – wenn Sie so wollen, Chauvinismus – als Kind ausgetrieben. Ich lernte nie, die Fahne oder das Lied zu lieben.

Was kein Wunder ist, liebe Sarah. Nazi-Deutschland hatte soviel Schande
auf sich geladen. So viele Leute, die auf der falschen Seite standen, zweimal
auf der falschen Seite, Nazi und Stasi.

Kleine Sarah, Du hast Dich beim Deutschland-Lied versungen. Aber Du hast eine ernste Debatte entfacht. Wie wichtig ist das Lied der Deutschen? Zynismus, Ironie, Verachtung oder die Hand auf das Herz?


Heute gibt's nicht viel zu meckern. Klingt ja richtig normal: ohne Pathos, ohne Gesülze. Und ohne Alt-Herren-Phantasien. Also Herr W, es geht ja doch!

Herzlichst,

Ihr kaltes, klares Wasser