Post aus Schwallistan

Bemerkungen und Analysen zu den schriftlichen Ergüssen des Herrn Franz-Josef Wagner aus der Bild-Zeitung.

Montag, Juni 06, 2005

- Lieber Michael Ballack -

Herr W. schreibt:

Lieber Michael Ballack,
ein Kolumnist darf nicht wie eine Wahrsagerin
ekstatisch die Augen aufreißen, obwohl Ihr Auftritt in Belfast, wie BILD schreibt, „ballacktisch“ war, also außerirdisch. Ohne Zweifel sind Sie der beste Fußballer Deutschlands. Aber Sie sind nicht der beste Fußballer der Welt, und Deutschland ist nicht Weltmeister.

Was, wenn Sie nur eine kurzlebige Rose sind? Rosen verfügen über keinen dauerhaften Duft. Sie sind für mich ein kleiner Junge aus Görlitz, Sachsen, der als 7jähriger zum erstenmal beim BFG Motor Karl-Marx-Stadt gekickt hat. Über Nacht wurden Sie der Kapitän der Nationalmannschaft und sind die Rose von Deutschland.

Ich glaube, daß kein Mensch weiß, was es bedeutet, die Hoffnung der Politik, der Wirtschaft, die Hoffnung von 80 Millionen Deutschen zu sein. Ich könnte als Michael Ballack keinen Ball mehr treffen. Was ich meine ist, daß wir Michael Ballack in Ruhe lassen sollen, wir dürfen ihn nicht totküssen.
Scheint als würde Herr W. momentan etwas schwächeln oder auf Entzug sein. Jedenfalls sind seine unpolemischen Briefe einfach nur langweilig.

Kaltes, klares Wasser